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Ladenhüter AstraZeneca

Der Impfstoff von AstraZeneca ist ein Ladenhüter. Im Impfzentrum Tegel lagern seit Tagen die Impfdosen.
Hier ist in der Kommunikation einiges schiefgelaufen. Nach dem Bestellungsdebakel der EU und den Nachrichten um eine Zulassung nur für unter 65-Jährige, hatte der Impfstoff des Unternehmens AstraZeneca bereits einen angeschlagenen Ruf. Im Zuge der niedrigen Impfbereitschaft kam es zu erneuten Debatten um eine Impfpflicht und um die Aufhebung einer freien Impfstoffwahl.
Während die einen auf die anhaltende Brisanz der Pandemie sowie die hohe Wirksamkeit aufmerksam machen, verweisen andere auf die Ungerechtigkeit einer „Zweiklassenimpfung“.
Die Situation scheint verfahren und hilft dem Image des Impfstoffes nicht weiter.
Das ist schade, denn der Impfstoff von AstraZeneca könnte, unter anderem aufgrund seiner einfacheren Lagermöglichkeit, wesentlich zur Bekämpfung von COVID beitragen. Jede individuelle Impfung trägt zum Schutz der Gesellschaft bei.
Die Vorwürfe gegen das Personal in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern aufgrund einer vermehrten Ablehnung des Impfstoffes finde ich zynisch. Bedenken gegenüber einer niedrigeren Wirksamkeit sollten wir nicht mit Vorwürfen entgegnen. Und auch in der Zukunft könnte etwa eine neue Mutante die Wirksamkeit von Impfstoffen beeinflussen. Insofern wäre beispielsweise ein Nachimpfungs-Versprechen im Falle eines veränderten Infektionsgeschehen zielführender.
Entscheidend ist offen über die Vor- und Nachteile von Impfstoffen zu sprechen und die Bedenken über eine geringere Wirksamkeit ernst zu nehmen. Denn die Überwindung dieser Pandemie kann nur gemeinsam geschehen.