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Wo bleibt der Impfstoff?

Mit dem Vakzin von Johnson & Johnson sind nun insgesamt vier Impfstoffe in der EU zugelassen – 400 Millionen Dosen hatte die EU bereits zu Beginn der Pandemie bestellt. Vorteil von Johnson& Johnson: es braucht nur eine Impfung.

Eine gute Nachricht im Kampf gegen das Virus. Doch ähnlich wie bei AstraZeneca gibt es auch hier Berichte über sehr seltene Hirnvenenthrombosen. Durchaus möglich, dass die Impf-Empfehlung in Deutschland von der Empfehlung der EMA erneut abweicht.

In Berlin wurde gestern jedoch entschieden AstraZeneca auch an Menschen unter 60 Jahren zu verimpfen sowie zeitgleich die Priorisierung aufzuheben.

Und zahlreiche weitere Impfstoffe warten auf die Zulassung oder befinden sich noch in der Entwicklung.

Unter ihnen der russische Impfstoff Sputnik V. Bayern und Mecklenburg-Vorpommern haben bereits individuelle Abmachung mit dem russischen Hersteller im Fall einer europäischen Zulassung getroffen. Berlin wollte ebenfalls Impfdosen bestellen, doch die Grünen blockierten diesen Beschluss mit dem Hinweis auf die zahlreichen Menschenrechtsverletzungen in Russland. Nun will sich jedoch auch der Bund über 30 Millionen Dosen des Impfstoffs sichern.

Bei jedem der Impfstoffe müssen wir individuell Risiken und Nutzen abwägen. Weder blindes Vertrauen in die Pharmaindustrie oder die Zusagen anderer Länder noch ideologisierte Argumente oder Angstmacherei können wir uns aktuell leisten.

Und unsere Forderung in dieser Pandemie bleibt: Wir müssen endlich die Lizenzen freigeben.