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Einschränkungen in Kreißsälen

Zu den Einschränkungen in den Berliner Kreißsälen

Zu der Antwort der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung auf ihre gestellte schriftliche Anfragen Drs. 18/25518 sowie 18/25519, erklärt Franziska Leschewitz, Spandauer Abgeordnete im Berliner Abgeordnetenhaus:

In knapp der Hälfte aller Berliner Kreißsäle kam es 2019 und 2020 zeitgleich zu Einschränkungen. Dies bedeutet nicht nur eine Mehrbelastung für das Personal, sondern kann auch schwere Folgen für Kind und Mutter nach sich ziehen.

Im Jahr 2019 waren es insgesamt 1.097 Einschränkungen in Kreißsälen Berliner Krankenhäuser, welche durchschnittlich 660 Minuten andauerten. Im Jahr 2020 kam es bis zum November zu 561 Einschränkungen von durchschnittlich 602 Minuten.

Dass dabei nie mehr als 8 von 19 Krankenhäusern gleichzeitig betroffen waren, ist alles andere als ein Grund zum Aufatmen. Denn im Extremfall würde dies bedeuten, dass fast die Hälfte aller Kreissäle über einen Zeitraum von 11 Stunden oder mehr zeitgleich eingeschränkt wären. Demnach müssten die restlichen 11 Krankenhäuser die Arbeit mitleisten. Das Personal in den Kreissälen ist fest eingeplant und steht bereits unter einer enormen Arbeitsbelastung. Doch Einschränkungen können im Zweifelsfall auch Komplikationen für Mutter und Kind bedeuten. Immer wieder berichten freiberufliche Hebammen von großen Schwierigkeiten bei der dringenden Suche nach einem Kreißsaal. Bei der Anfahrt zum Krankenhaus zählt häufig jede Minute.

In Bezug auf den Kreißsaalausbau heißt es an anderer Stelle, dass der „Handlungsdruck nicht mehr so stark“ sei. Begründet wird dies mit den rückläufigen Geburtszahlen.

Doch Kreißsäle müssen nicht nur ausreichend Kapazitäten zur Verfügung stellen, sondern auch einen reibungslosen Betrieb ermöglichen. Es besteht somit dringender Handlungsbedarf. Einschränkungen müssen genau erfasst und die Ursachen angegangen werden.

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