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Sicherstellung des Hebammenstudiums

Die Sicherstellung des Hebammenstudiums

Zu der Antwort der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung auf ihre gestellte schriftliche Anfragen Drs. 18/25518 sowie 18/25519, erklärt Franziska Leschewitz, Spandauer Abgeordnete im Berliner Abgeordnetenhaus:

Das Hebammenstudium soll ab 2021/22 dem Mangel Hebammen entgegenwirken und langfristig die Hebammenausbildung ablösen. Studierende müssen ein 12-wöchiges Externat in der außerklinischen Geburtshilfe absolvieren. Doch die freiberuflichen Hebammen in Berlin werden die angehenden Hebammen kaum betreuen können.

Jeweils 60 Studienplätze für das Hebammenstudium sollen die Charité sowie die Evangelische Hochschule ab 2021/2022 jährlich anbieten. Insgesamt 420 Studienplätze sind in Berlin vorgesehen. Diese werden auch dringend benötigt, denn 2019 gab es nur 52 Absolventen der Hebammenausbildung. Zugleich gaben im Jahr 2018 nur 65 Hebammen an, außerklinisch Geburten durchgeführt zu haben. Jene freiberuflichen Hebammen müssten demnach 100-120 Externatsplätze zur Verfügung stellen und somit die Hälfte des Jahres Studierende betreuen.

Doch die außerklinische Geburtshilfe klagt seit Jahren über steigende Kosten. Von noch fünf Geburtshäusern, welche Entbindungen durchführen, sind zwei aufgrund steigender Mieten akut von der Schließung bedroht. Der Beitrag zur Berufshaftpflichtversicherung für freiberufliche Hebammen beträgt seit diesem Jahr über 9.000€.

Eigentlich wäre das Externat eine gute Gelegenheit, angehende Hebammen aus ganz Deutschland für Berlin zu begeistern. Hierfür benötigt die außerklinische Geburtshilfe schnelle und unkomplizierte Hilfen. Zahlreiche Bundesländer und Kommunen wie Sachsen oder München zeigen bereits, wie diese aussehen können.

Ich fordere daher die Bezuschussung der Versicherung freiberuflicher Hebammen im Voraus sowie die Unterstützung der Gründung neuer Geburtshäuser mit 25.000€.

Die Anerkennung freiberuflicher Hebammen sowie die Gewährleistung der freien Geburtswahl sind mehr als gute Gründe, der außerklinischen Geburtshilfe den Rücken zu stärken. Die Sicherstellung des Hebammenstudiums ist ein weiterer Grund.

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